Einführung in den Veganismus

Was versteht man unter einem Veganer? Die nichtvegane Antwort ist einfach: Ein Veganer ist ein Mensch, der alle auf dem Ge- und Verbrauch von Tieren beruhenden Produkte nach besten Kräften aus seinem persönlichen Bedarf verbannt hat.

Aufgrund der speziellen Motivation von Veganern würde die von einem Veganer übermittelte Definition im Idealfall so aussehen: Ein Veganer ist ein Mensch, der die Tierrechte achtet.

Der unbefangene Beobachter überlegt sich jetzt, was mit Tierrechten wohl gemeint sein könnte. Doch dazu später mehr.

Zurück zu dem veganen Idealfall: Wer diese Zeitgenossen aus eigener Erfahrung kennt, wird sich gewundert haben, wie wenig Worte mein "Idealveganer" gebrauchte und wie klar und direkt er sein Anliegen formuliert hat. Üblich ist das keineswegs.

Üblich ist eher, dass mit Worten geaast wird und die eigentliche Botschaft unter einem Wust von Sentiment, Betroffenheitsgeschwurbel, Anklagen an die Gesellschaft im allgemeinen und die menschliche Natur im besonderen nahezu verschwindet. Ich konnte noch nicht herausfinden, warum das so ist.


Ein despektierlicher Erklärungsversuch würde wohl die ganzen Ernährungseinschränkungen thematisieren, ein anderer auf die notwendigen geistigen Grundvoraussetzungen für die Begeisterung für Tierrechte ansprechen. Seien wir mal nett und führen wir die übliche, umständliche Ausdrucksweise auf das Bedürfnis zurück, Fragen zu provozieren; bleiben wir weiterhin nett und verzichten wir darauf, zu fragen, wieso sie sich ausgerechnet von dieser Vorgehensweise Erfolg versprechen.

Vielleicht könnte eine nähere Beleuchtung des Begriffs Tierrechte Aufschluss bringen? Wagen wir einen Versuch!

Was sind nun also Tierrechte?

Die Idee der Tierrechte beruht im Groben auf zwei sich widersprechenden Annahmen:

Annahme 1 läuft darauf hinaus, dass Menschen entgegen der Alltagserfahrung eine ganz gewöhnliche Tierart seien, weder durch besondere Fähigkeiten noch sonstwie unterscheidbar von Wühlmäusen, Kartoffelkäfern, Warzenschweinen oder Molchen.

Annahme 2 lässt Annahme 1 links liegen und geht als Grundvoraussetzung davon aus, dass wir Menschen aufgrund unserer besonderen Fähigkeiten dazu verpflichtet sind, uns in unserem Umgang mit "anderen" Tieren Beschränkungen aufzuerlegen, die im Prinzip jegliche Nutzung ausschließen und, zu Ende gedacht, darauf hinauslaufen, dass wir sogar in unvermeidlichen Konfliktsituationen unsere "besonderen Fähigkeiten" nicht etwa dazu nutzen, aus dem Konflikt siegreich hervorzugehen, sondern zur Demonstration "moralischer Überlegenheit" indem wir freiwillig den kürzeren ziehen.

Der Punkt mit der "moralischen Überlegenheit" scheint dabei essentiell zu sein. Dass jemand kein Fleisch isst, weil ihm die Tiere leid tun oder weil er die "industrielle Viehwirtschaft" nicht unterstützen möchte, ist interessanterweise hauptsächlich bei Vegetariern anzutreffen oder bei Leuten, die nur wenig Fleisch - dann aber von Tieren aus artgerechter Aufzucht - essen. Die vegane Herangehensweise scheint eher eine calvinistische zu sein: Man leistet nicht einfach nur aus diesen oder jenen Gründen Verzicht; man wird dadurch auch zu einem "besseren" Menschen! Der vegane Traum gipfelt darin, durch die eigene "ethische Überlegenheit" (aus bisher noch ungeklärten Gründen betrachten Veganer sich eher als "ethisch", denn als "moralisch"... nun ja... eigentlich mögen sie solche Wörter wie "überlegen" nicht wirklich, deuten diese bösen Wörter doch unverschämterweise an, dass zum Leben auch siegen und verlieren gehört... wie benennen die das noch mal ... "weiter entwickelt"?) die Welt zu einem "besseren Ort" zu machen.

Was man sich darunter vorstellen kann ist so weit unklar, aber doch immer für einen Lacher gut (gesetzt den Fall, man setzt sich mit den Pappenheimern der Spezies "Veganer" online auseinander; wer das "Vergnügen" schon einmal hatte, legt nicht unbedingt Wert auf Begegnungen im so genannten "real life"). Googeln Sie doch einfach mal nach "vegan", halten Sie Bier und Popcorn bereit und achten Sie darauf, dass Sie beim Lachen nicht den neuen Teppich zerbeißen. Glauben Sie mir: Es lohnt sich.

Eine kleine Warnung zum Schluss: Zum Genuss der in veganen Sites, Foren usw. dargelegten Weisheiten empfiehlt sich ein robuster Humor! Wenn Sie das Dargebotene als nicht lustig empfinden - bitte tun Sie sich den Gefallen und kümmern sich nicht weiter um diese seltsamen Gedankengänge. Außer dem Wunsch, sich zu amüsieren, gibt es wirklich keinen Grund, sich damit auseinanderzusetzen.

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Tommy  - Hmmm
Eins vorweg, Fleisch schmeckt lecker zubereitet seeeehr gut! Dennoch kann ich die Argumentation in obigem Artikel nicht nachvollziehen, sie ist widersprüchlich!

Annahme eins: Biologisch/Wissenschaftlich ist der Mensch ein Tier, auf allen anderen Ebenen unterscheidet er sich nur graduell vom restlichen Tierreich. Nur Anhänger der absonderlichen abrahamitischen Wüstentexte, die Juden, Muslime und alle möglichen "Christen" (auch nur eine Unterströmung der Juden), weigern sich noch, das einzugestehen.

Der Mensch hat meist größere geistige Fähigkeiten als andere "Tiere". Suchen wir nach der größten Überschneidung von Interessen, so ist es das Streben nach Leben und Schmerzfreiheit, das alle anstreben. Warum sollten wir es anderen Tieren verwehren, wenn wir uns nicht fundamental von ihnen unterscheiden??? Es gibt außer Willkür wohl kaum einen haltbaren Grund.

Annahme zwei: Niemand spricht vom Kürzeren ziehen! Sie macht keinen Sinn!

Zur Differenzierung: Moral ist definierbar als Set an Normen, Regeln, Gebräuchen innerhalb einer Gruppe. Ethik reflektiert diese von einer Metaebene aus. Daher ist sie eine der Moral übergeordnete Disziplin. Jeder hat Moral, doch ob diese ethisch ist, ist eine andere Sache!
Veganer und Vegetarier sind übrigens überwiegend in den intellektuellen Gesellschaftsschichten anzutreffen, eine Schicht, die sich mit Ethik auseinandersetzen kann.

Die Emotion, ja Vehemenz, mit der der obige Artikel geschrieben ist, legt die Vermutung nahe, dass für die eigene Fleischeslust eine starke Begründung gesucht wird. Wer diese ethisch betrachtet, kann nur davon Abstand nehmen, oder wie für den Menschen leider oft üblich, sich in Ignoranz üben. Bevor so eine Seite online gestellt wird, sollte man sich auf einem annehmbaren Niveau mit der Thematik befassen und nicht nur seine Meinung ins Netz stellen.

Veggiegrüße!

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